Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten nehmen zu – Polizei und Presse suchen gemeinsam nach Lösungen

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Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten nehmen zu – Polizei und Presse suchen gemeinsam nach Lösungen

München, 01. Oktober 2025. Deutschland ist im aktuellen Ranking der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen erstmals seit Jahren aus den Top Ten herausgefallen und belegt Platz 11. Ein wesentlicher Grund dafür: Verbale und körperliche Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten nehmen zu, insbesondere bei Veranstaltungen und Demonstrationen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat das MedienNetzwerk Bayern gemeinsam mit dem Bayerischen Journalisten-Verband e.V. (BJV) und dem Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration (StMI) Medienschaffende bereits zum vierten Mal zum Round Table mit Vertreterinnen und Vertretern der Polizei eingeladen. Unterstützt wird das Projekt von der Bayerischen Staatskanzlei im Rahmen der Bayerischen Medienförderung.

Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, die Sicherheit von Medienschaffenden auf Versammlungen und Demonstrationen zu erhöhen. Die Round Tables geben Polizei und Medienschaffenden einen geschützten Rahmen, um Erfahrungen auszutauschen und so das gegenseitige Verständnis zu fördern. Gemeinsam erarbeiteten sie Handlungsfelder, die eine sicherere Berichterstattung von Versammlungen und Demonstrationen ermöglichen sollen. Darunter fallen insbesondere proaktive Vorab-Kommunikation zwischen beiden Parteien sowie ein Debriefing im Nachgang. Essenziell sind zudem regelmäßige, auch informelle Gesprächsformate auf regionaler Ebene, um gegenseitiges Vertrauen zu fördern. Auf diese Weise lernen sich beide Seiten besser kennen und erkennen sich infolgedessen idealerweise auch schneller im Einsatz. Ebenso soll das Thema stärker in der Aus- und Fortbildung verankert werden, sowohl auf polizeilicher als auch auf journalistischer Seite.

Zentral blieb die Frage, wie sich seriöse Journalistinnen und Journalisten bei Demonstrationen künftig schneller und klarer ausweisen bzw. erkennbar machen können. Auch diskutiert wurde die Abgrenzung zu aktivistischen Berichterstattenden, die sich als Journalistinnen und Journalisten ausgeben, allerdings keine journalistischen Grundsätze beachten oder selbst Journalistinnen und Journalisten bei der Arbeit stören.

Lukas Schöne, Program & Partner Manager für den Bereich Journalismus beim MedienNetzwerk Bayern, hob die Bedeutung des Formats hervor: „Hier sitzen die Exekutive und die sogenannte vierte Gewalt gemeinsam an einem Tisch. Das ist angesichts der Lage weltweit gar nicht selbstverständlich. Es ist ein wichtiges Signal für den Stellenwert der Pressefreiheit.“

„Die Sache ist ernst“, betonte die stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Journalisten-Verbands Andrea Roth. „Allein im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 98 tätliche Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten dokumentiert – ein trauriger Höchststand. Viele Kolleginnen und Kollegen können Demonstrationen nicht mehr ohne Schutzmaßnahmen besuchen. Das gefährdet unsere Pressefreiheit und belastet Betroffene physisch wie psychisch.“

„Wenn Journalistinnen und Journalisten nicht mehr berichten, weil sie sich nicht sicher fühlen, verliert die Gesellschaft einen wesentlichen Teil ihrer Informationsgrundlage“, so Roth. „Deshalb ist es entscheidend, dass wir gemeinsam daran arbeiten, die Rahmenbedingungen für freie Berichterstattung zu verbessern.“

Die Vertreter des StMI betonten die Wichtigkeit der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Verständnisses. Zudem wiesen sie darauf hin, dass Journalistinnen und Journalisten in Bayern einen sehr guten Schutz genießen: „Im Gegensatz zum bundesweiten Trend werden in Bayern weniger Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten verzeichnet. Im Jahr 2024 wurden der Bayerischen Polizei drei Körperverletzungsdelikte bekannt, die sich gegen Medienschaffende richteten. Doch auf diesen hervorragenden Zahlen wollen wir uns nicht ausruhen, weswegen wir weiterhin Projekte zum Schutz von Journalistinnen und Journalisten in Bayern fördern.“

Die Ergebnisse des Round Tables werden am Freitag, den 24. Oktober 2025, um 13:30 Uhr auch in ein Panel des MedienNetzwerk Bayern auf der Yellow Stage der diesjährigen MEDIENTAGE MÜNCHEN einfließen, wo das Thema gemeinsam mit dem BJV, der Polizei und Journalistinnen und Journalisten auf dem Podium weiter besprochen wird.

 

Über das MedienNetzwerk Bayern

Das MedienNetzwerk Bayern ist unter dem Dach der Medien.Bayern GmbH eine Initiative zur Stärkung des Medienstandorts Bayern und wird gefördert durch die Bayerische Staatskanzlei sowie die BLM. Durch Veranstaltungen und Projekte schafft es eine Plattform für den Austausch zu Trends und Herausforderungen der digitalen Transformation. Das MedienNetzwerk vernetzt sowohl die Medien-Teilbereiche in Bayern untereinander, als auch über Branchengrenzen hinaus.

Über den Bayerischen Journalisten-Verband

Der Bayerische Journalisten-Verband e.V. (BJV) ist als Berufsverband und Gewerkschaft die Stimme der Journalistinnen und Journalisten in Bayern. Als Landesverband des Deutschen Journalisten-Verbands vertritt er über 6.000 Mitglieder aus Presse, Rundfunk, Online-Medien und Öffentlichkeitsarbeit, die hauptberuflich selbstständig oder angestellt im Journalismus arbeiten. Er ist politisch und finanziell unabhängig.

Ansprechpartner

Lukas Schöne, Senior Partner & Program Manager Audio & Journalismus: l.schoene@mediennetzwerk.bayern

Katharina Baer, Senior Partner & Program Manager Video, TV & Streaming: k.baer@mediennetzwerk.bayern

 

Fotocredits: Ferdinand Dörfler-Farthofer

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