KI vor Ort in München: Wie Medien im KI-Zeitalter sichtbar bleiben

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KI vor Ort in München: Wie Medien im KI-Zeitalter sichtbar bleiben

Wie können Medienhäuser im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz sichtbar bleiben? Bis zur massenhaften Einführung von generativer KI lautete die Antwort auf die Frage, für wen Inhalte produziert werden, eindeutig: für Menschen. Doch schon vor Gen AI wurde Content zunehmend auf Google-Suche und SEO zugeschnitten. Sichtbarkeit ist und bleibt zentral für die wirtschaftliche Tragbarkeit von Medienunternehmen. KI ändert die Spielregeln jedoch radikal.

Generative KI-Chatbots wie ChatGPT oder Perplexity verschieben den Fokus: Statt klassisch nach Links zu suchen, liefern sie sofort Antworten. Google selbst integriert mit den AI Overviews ebenfalls KI-generierte Zusammenfassungen. Damit werden Verlagsseiten für Nutzer:innen oft erst zum „zweiten Klick“. Für Medienhäuser bedeutet das: weniger direkte Website-Besuche, sinkende Werbeerlöse – und die Notwendigkeit, Inhalte so zu gestalten, dass sie von Menschen und von KI-Systemen gleichermaßen gefunden und zitiert werden. Bei „KI vor Ort“ in München am 25. Juli erklärte Digital-Consultant Marcel Tuljus, wie dieser Balanceakt gelingen kann.

Google dominiert das Search-Angebot – noch

Google Search gerät zunehmend durch generative KI-Suchsysteme unter Druck. Aktuell suchen je nach Region und Gerät zwischen 87 und 94 Prozent der User noch überwiegend mit Google Search. Insbesondere für die Generation Z gewinnen KI-System an Bedeutung: Sie erwarten schnelle, personalisierte Antworten. Auch bei Google spielen zunehmend KI-generierte Zusammenfassungen, aus denen User die Antwort auf ihre Frage direkt entnehmen können, eine Rolle. In der Praxis bedeutet das für Medienhäuser weniger klassische Website-Besuche und damit den Rückgang durch Werbeeinnahmen.

Wie reagieren Medienhäuser derzeit auf KI-Suchmaschinen?

Sinkender organischer Traffic zwingt Redaktionen dazu, Inhalte maschinenlesbarer zu machen. Structured Data und Schema.org verbessern zum Beispiel die Chance, in Rich Results und KI-Antworten aufzutauchen. Auch Bylines und klare Autorennennung eines steigern Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Die Chance, dass KI-Suchmaschinen oder Google Overviews einen Content als relevant einstufen, steigt, wenn klar erkennbar ist, wer hinter dem Text steht. SEO bleibt weiterhin wichtig, doch ein neues Feld gewinnt an Bedeutung: Generative Engine Optimization (GEO) – also die Optimierung dafür, in Antworten von KI-Suchsystemen berücksichtigt zu werden. Noch ist GEO ein junges Konzept, doch es dürfte künftig entscheidend für die Reichweite von Medieninhalten sein.

Tuljus betont: In Zukunft könnten Lizenzmodelle zwischen Verlagen und KI-Suchmaschinenbetreibern üblich werden. Erste Deals – etwa zwischen OpenAI und Axel Springer – weisen in diese Richtung. Denkbar sind auch flexiblere Bezahlmodelle wie eine „Streifenkarte“ für Online-Medien, bei der Nutzer:innen für einzelne Inhalte zahlen können.

Was können Medienschaffende jetzt tun, um Sichtbarkeit zu gewährleisten?

Schon jetzt können Medienschaffende viel dafür tun, dass ihre Inhalte auch von generativen KI-Systemen als relevant eingestuft werden. Dazu gehört etwa, Inhalte im Frage-Antwort-Format aufzubereiten. Da generative Systeme ihre Ergebnisse häufig in Form von FAQs oder How-To-Strukturen ausspielen, erhöht es die Chancen auf Sichtbarkeit, wenn Zwischenüberschriften als Fragen formuliert sind.

Nicht zuletzt hilft konsequentes Monitoring: Wer beobachtet, welche Fragen in generativen Suchmaschinen gestellt werden, kann diese gezielt mit eigener Expertise beantworten – und sich so frühzeitig im neuen Suchökosystem positionieren.

Foto (c) Medien.Bayern/Alexander Hartung

„KI vor Ort“ ist eine fortlaufende Veranstaltungsreihe des KI-Kompetenzzentrums Medien (KI.M) in Kooperation mit dem Thinktank des MedienNetzwerk Bayern, die im Wechsel in einem der sieben bayerischen Regierungsbezirke stattfindet. Die Event-Reihe vermittelt kompakt praxisnahes Wissen über die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes generativer Künstlicher Intelligenz in den Medien. Termin und Ort der nächsten Ausgabe gibt das KI.M rechtzeitig bekannt.

Der Deepdive zum Thema „Future of Search“ vom MedienNetzwerk Bayern kann hier kostenfrei angefordert werden.

Wir freuen uns, euch vom 22. – 24. Oktober 2025 auf den #MTM25 begrüßen zu dürfen. Mit der „Media For You“ gibt es auch wieder die beliebte Career-Erlebnismesse zum Thema Jobs & Ausbildung.