So profitieren Medienunternehmen vom externen Strategie Sparring des Media Lab Bayern
Zwei Erfolgsgeschichten zeigen, welches Potenzial in klug durchdachter Expertenbegleitung steckt – und wie aus Ideen nachhaltige Geschäftserfolge entstehen können
Innovation neu denken
In Medienhäusern mangelt es nicht an Ideen. Was aber oft fehlt, ist die Brücke zwischen Vision und Realität. Zwischen dem, was auf Whiteboards steht, und dem, was tatsächlich Umsatz generiert oder Organisationen nachhaltig verändert.
Das Media Lab Bayern hat mit dem kostenlosen Strategie Sparring ein Förderprogramm entwickelt, das genau diese Lücke schließt. Zwei aktuelle Fallbeispiele zeigen, warum externe strategische Begleitung für Medienunternehmen nicht nur sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich messbar ist.

Case 1: Das neue Innovationssystem der Rheinischen Post
Wie viele andere Medienhäuser steht auch die Rheinische Post Mediengruppe vor der strukturellen Herausforderung, ihre Zielgruppen mit innovativen Lösungen zu erreichen.
Doch diesem Dauerthema fehlte bis dato eine feste Verankerung im Unternehmen. Einzelinitiativen verliefen im Sande, Potenziale blieben ungenutzt.
Die Ausgangssituation
Im Rahmen eines internen Leadership-Programms entwickelten Ana-Marija Spiroska, Project Lead RP Digital, und ihr junges Team daher ein dreistufiges Konzept, das als Fundament für ein unternehmensweites Innovationssystem dienen sollte:
- Report „State of Media Innovation Report“ – auf Basis von Interviews mit Medienverantwortlichen über deren Erfahrungen mit Innovationen. Ziel ist es, Wissen zu sammeln und daraus Ableitungen für die eigenen Innovationsvorhaben zu generieren.
- Innovation Campus – ein Event für junge Medienschaffende, bei dem diese ihre Ideen zur digitalen Innovation vor einer Expert:innen-Jury pitchen.
- Strategischer Pitch – Präsentation der zwischenzeitlichen Ergebnisse des Projektteams vor der Holding-Geschäftsführung zur internen Legitimation des unternehmensweiten Innovationssystems und dessen Weiterführung.
Mit dem Ziel, diese drei Säulen strategisch zu verzahnen, bewarb sich das Team für das Strategie Sparring des Media Lab Bayern.

»In den letzten anderthalb Jahren haben wir uns viele Themen selbst erarbeitet. Aber gerade bei der Strategieentwicklung wussten wir: Da fehlt uns die Erfahrung.«
Wendepunkt durch das Media Lab Bayern Coaching
Wenige Wochen vor dem geplanten „Innovation Campus“: Ernüchterung. Nur sieben Anmeldungen statt der erhofften 30+. Im Strategie Sparring analysierte das Team mit Business-Coach Angelika Goll die bisherige Kommunikation. Dank einer strategischen Neuausrichtung und gezielter digitaler Direktansprache potenzieller Teilnehmenden verdoppelten sich die Anmeldungen binnen 24 Stunden. Am Ende nahmen 37 Personen teil – und der Campus wurde ein Erfolg mit gruppenweiter Strahlkraft.
Mit dem Einstieg von Fellow (Medienexperte und Sparringspartner, Anm. d. Red.) Cliff Lehnen erhielt das Team entscheidende Unterstützung für den bevorstehenden Pitch vor der Holding-Geschäftsführung. Gemeinsam entwickelten sie ein Konzept für das sog. „RP Innovation System“, bestehend aus:
- Innovation Campus – dient der Ideenfindung, der Talentförderung und Netzwerkbildung
- Ein Innovation Board ist in Planung und soll zukünftig als zentrale Instanz für die Steuerung von Innovationsvorhaben innerhalb der Mediengruppe dienen
- Ein Innovation Studio, ist ebenfalls in Planung und soll ausgewählten Ideen in einer Art Experimentierlabor auf ihre Umsetzbarkeit prüfen und weiterentwickeln

»In etablierten Strukturen braucht es aktiven Support von oben und kontinuierliche Kulturarbeit. Sonst droht auch das beste Konzept an den Gegebenheiten zu scheitern.«
Das Ergebnis
Ein überzeugender Pitch vor der Holding-Geschäftsführung – mit durchschlagendem Erfolg: Volle Rückendeckung, konkrete Ressourcenzusagen und die formelle Legitimation für das“ RP Innovation System“. Aus einer Idee wurde ein strategisch verankertes und umsetzbares Innovationsvorhaben, das fest im Top-Management verankert ist.
Was entscheidend ist: Rückendeckung auf Vorstandsebene
Ohne die erfolgreiche Ausrichtung des „Innovation Campus“ – und die dadurch ausgelöste unternehmensweite Begeisterung – wäre der Pitch vor der Holding-Geschäftsführung in dieser Form kaum möglich gewesen. Der Campus war nicht nur Proof of Concept, sondern auch interner Türöffner und Katalysator für den Systemgedanken.
Case 2: Vom Prototyp zum marktfähigen KI-Produkt
Die Ausgangssituation
Der Carl Hanser Verlag hatte mit plastics.ai einen funktionierenden KI-Prototyp entwickelt – ein Sprachmodell basierend auf über 60 Fachbüchern zur Kunststofftechnik. Doch entscheidende Fragen blieben offen: Zielgruppe, Preismodell, Go-to-Market-Strategie.

»Ich hatte nicht den Anspruch, mit einer fertigen Go-to-Market-Strategie rauszugehen. Vielmehr die Hoffnung auf gute Impulse. Am Ende hat sich beides erfüllt.«
Unterstützung im Strategie-Sparring des Media Lab Bayern
Tyll Leyh, bis 30.09.2025 Product Manager Digital beim Carl Hanser Verlag, arbeitete mit Boris Haug an der strategischen Weiterentwicklung des bereits bestehenden Tools. Gemeinsam entwickelten sie eine durchdachte Produktinitiative mit gestuftem Beta-Konzept, klarer Zielgruppendefinition und realistischer Markteintrittsstrategie.
In Gesprächen mit der Geschäftsführung zeigte sich früh: Der Prototyp galt nicht länger als Tech-Experiment, sondern wurde als potenzieller Ausgangspunkt für eine neue KI-basierte Wissenslogik im Fachverlag verstanden.

»Mein Blick von außen – aus einem anderen digitalen Markt kommend – hat geholfen, plastics.ai konsequent vom Nutzwert her zu denken.«
Das Ergebnis
Das Ergebnis: Ein marktreifes Produkt mit DSGVO-konformer Infrastruktur, einem durchdachten, mehrstufigen Preismodell (18€/Monat für Einzelpersonen, mit Jahresabo-Option) und klar validiertem Nutzen. Unternehmenskunden zeigen bereits konkretes Interesse. Und mit dem geplanten Launch zur „K 2025“, der international führenden Kunststoffmesse, folgt der nächste große Meilenstein im Oktober.
4 Erfolgskriterien, warum sich für Euer Unternehmen die Teilnahme am Strategie-Sparring lohnt:
Externe Expertise ohne langfristige Bindung
Die teilnehmenden Führungskräfte werden von spezialisierten Coaches (Strategie, Business, Tech) und Expert:innen, den sogenannten Fellows, unterstützt.
Der Unterschied zu klassischer Beratung: echte Hands-on-Begleitung über Monate, nicht nur Workshop-Impulse.
Validierung unter Realbedingungen
Statt inhaltslose Strategiepapiere zu produzieren, testeten beide Teams ihre Konzepte am Markt. RP Digital mit dem Innovation Campus als Proof of Concept, der Carl Hanser Verlag mit einer gestuften Beta-Phase für plastics.ai.
Organisatorische Verankerung
Beide Projekte legten den Grundstein für neue Strukturen, die weit über einzelne Produkte und Events hinausgehen. Bei RP Digital entstand ein erster Ansatz für ein systematisches Innovationsmodell innerhalb der Mediengruppe, beim Carl Hanser Verlag wurde plastics.ai zu einem marktfähigen Produkt weiterentwickelt.
Interne Legitimation und Rückhalt
Entscheidend für beide Erfolge: die strategische Vorbereitung auf interne Präsentationen. Ana-Marija Spiroska und ihr Team (RP Digital) überzeugten die Holding-Geschäftsführung, der Carl Hanser Verlag verankerte plastics.ai als strategisches Referenzprojekt, um die hochwertigen Fachinhalte des Verlags in einer zunehmend digitalen Welt neu zugänglich zu machen.
Die ROI-Rechnung
RP Digital: Von der Ideenskizze zum legitimierten Innovationssystem mit Holding-Rückendeckung und Ressourcenzusagen. Zeitgewinn: Monate statt Jahre bis zur strukturellen Verankerung.
Carl Hanser Verlag: Von der technischen Machbarkeitsstudie zum marktfähigen Produkt mit mehrstufigem Preismodell und Enterprise-Potenzial. Verkürzung der Time-to-Market um geschätzt 6-12 Monate.
Die Kosten: Keine! Das Strategie Sparring ist kostenlos – und spart im Vergleich zur klassischen Strategieberatung oder einer gescheiterten Eigenentwicklung erhebliche Aufwände
Künstliche Intelligenz, neue Geschäftsmodelle, veränderte Nutzergewohnheiten: Die Medienbranche durchlebt eine Phase beschleunigten Wandels. Um in diesem Umfeld zukunftsfähig zu bleiben, gilt es zu handeln.
Das Strategie Sparring des Media Lab Bayern bietet einen Weg, extern verfügbare Expertise gezielt zu nutzen, ohne langfristige Abhängigkeiten zu schaffen. Die Coaches und Fellows bringen ihr Fachwissen und einen wertvollen Blick von Außen ein, der interne Betriebsblindheit konsequent durchbricht.
Der nächste Schritt
Beide Fallbeispiele zeigen: Der größte Hebel entsteht oft dort, wo Teams bereits eine klare Vorstellung haben – und diese durch strategische Schärfung und externe Validierung weiterentwickeln.


