The Power of Plot: Warum Storytelling ein wichtiger Future Skill für Medienunternehmen ist

Blauer PantherThe Power of Plot: Warum Storytelling ein wichtiger Future Skill für Medienunternehmen ist

The Power of Plot: Warum Storytelling ein wichtiger Future Skill für Medienunternehmen ist

Wir leben in einer Ära der „Content-Sättigung“. Während KI-Tools die Produktion von Inhalten massiv beschleunigen und die schiere Menge an verfügbarem Material stetig wächst, wird eine Ressource kostbarer als je zuvor: die echte, menschliche Aufmerksamkeit. Für Medienschaffende ist das nichts Neues – und dennoch erfordert es ein radikales Umdenken: Es geht 2026 nicht mehr darum, Kanäle mit Masse zu bespielen, sondern Narrative zu setzen, die in einer fragmentierten Medienwelt hängen bleiben.

Storytelling ist dabei eine Kompetenz, die man im Haus haben sollte – und nicht einfach Kreativagenturen oder der KI überlassen kann. Wirtschaftliche Führungskräfte müssen Jobprofile und -entwicklungen im Blick haben, die der Firma das Überleben sichern. Das bedeutet nicht den kompletten Austausch von Mitarbeitenden, sondern das gezielte Drehen an kleinen Stellschrauben vorhandener Kompetenzen.

In einem Markt, in dem Produkte und Formate immer austauschbarer werden, ist die Fähigkeit, Relevanz und Vertrauen durch Geschichten zu stiften, der entscheidende Differenzierungsfaktor. Laut der ARD/ZDF-Medienstudie 2025 schauen 14- bis 29-Jährige 47 % ihrer Videonutzung über Soziale Medien und 50 % über YouTube – bei den 30- bis 49-Jährigen sind es im Vergleich nur 31 %.

Was macht eine gute Geschichte heute aus, wenn die Aufmerksamkeitsspanne bei wenigen Sekunden liegt und gleichzeitig immersive Spielwelten stundenlange Tiefe verlangen? Um das zu klären, werfen wir einen Blick auf drei unterschiedliche, aber eng verzahnte Disziplinen des modernen Erzählens.

Auf dem Bild zu sehen sind die 3 Expertinnen zum Thema Storytelling Marie Charlotte Praetorius, Katharina Baer und Alexandra Palme

Unsere Task-Force Storytelling

Im Austausch mit Expert:innen der Initiativen von Medien.Bayern nähern wir uns dem Thema von mehreren Seiten.

Als Teamlead beim Blauen Panther – TV & Streaming Award sitzt Marie-Charlotte Praetorius an der Schnittstelle zwischen politischer Relevanz, wirtschaftlichem Erfolg und kreativer Bewegtbildentwicklung. Katharina Baer, Vernetzerin für die Video-, TV-, Streamingbranche beim MedienNetzwerk Bayern, zeigt, warum „Vertical Drama“ kein kurzlebiger Hype ist, sondern eine strategische Chance. Und Alexandra Palme, Projektmanagerin bei Games/Bavaria, weiß: In Games wird Geschichte nicht nur erzählt – sie wird erlebbar gemacht.

Was wir von der Juryarbeit des Blauen Panthers lernen können

Wenn wir über Storytelling als „Future Skill“ sprechen, müssen wir verstehen, dass sich die Definition von Qualität verschoben hat. Marie-Charlotte Praetorius beobachtet diesen Wandel unmittelbar – gemeinsam mit einer bis zu 14-köpfigen Jury aus namhaften Medienhäusern.

„In den vergangenen Jahren hat sich Storytelling viel stärker in Richtung unmittelbarer emotionaler Bindung entwickelt. Formate müssen ihr Publikum heute schneller abholen, was man auch an dramaturgischen Techniken erkennt, die ursprünglich aus der Social-Media-Welt kommen. Gleichzeitig verschwimmen klassische Genregrenzen zunehmend: Formate wie ‘Kaulitz & Kaulitz’ verbinden Dokumentation, Reality und persönliche Reportage, während auch im Non-Fiction-Bereich experimenteller erzählt wird – etwa durch subjektive Kameraperspektiven wie bei ‘NDR Story: Tagebuch einer Lehrerin’ oder neue Technologien wie KI und VR.“

Marie-Charlotte Praetorius, Teamlead Blauer Panther TV und Streaming Award

»Insgesamt hat sich der Fokus von reiner Reichweite hin zur digitalen Innovationskraft verschoben – entscheidend ist, wie ein Format den digitalen Raum nutzt und Publikum erreicht.«

Marie-Charlotte Praetorius

Teamlead Blauer Panther TV & Streaming Award

Gesellschaftliche und mediale Relevanz sind gefragt

Die Bewertungskriterien der Jury haben sich spürbar erweitert. Neben handwerklicher Qualität zählt heute auch, ob ein Format Themen verhandelt, die im aktuellen gesellschaftlichen Diskurs eine Rolle spielen. Nachwuchsförderung und Diversität gewinnen an Bedeutung – sowohl in den kreativen Teams als auch in den erzählten Perspektiven.

Ein wichtiger Punkt ist die Innovation der Machart: Der kreative Einsatz neuer Technologien, etwa KI, oder neue Erzähl- und Distributionsformen fließen stärker in die Bewertung ein. Insgesamt hat sich der Fokus von reiner Reichweite hin zur digitalen Innovationskraft verschoben – entscheidend ist, wie ein Format den digitalen Raum nutzt und Publikum erreicht. Dass zusätzlich Publikumspreise etabliert werden, zeigt außerdem, dass die Resonanz beim Publikum heute stärker als eigenständiges Qualitätskriterium neben der Expertenmeinung wahrgenommen wird.“, so Marie.

Der Preis der Bayerischen Staatskanzlei – mehr als nur Standortmarketing

Der Award, maßgeblich mitfinanziert von der Bayerischen Staatskanzlei, ist weit mehr als eine feierliche Gala. Er funktioniert als Seismograph für die Qualität deutscher Bewegtbild-Inhalte und erfüllt für die Politik mehrere strategische Funktionen: als Instrument des Standortmarketings, als wirtschaftspolitisches Netzwerk mit internationalen Plattformen wie Netflix und Prime Video sowie nationalen Playern wie RTL+ und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk – und nicht zuletzt als kultur- und gesellschaftspolitisches Signal.

„Medienpolitik ist immer auch Gesellschaftspolitik. Indem journalistische Qualität, Verantwortung und relevante Inhalte ausgezeichnet werden, unterstreicht der Staat seinen Anspruch auf eine vielfältige, hochwertige Medienlandschaft und demokratische Öffentlichkeit.“

Storytelling-Know-how verstärkt durchaus gesellschaftliche Relevanz. In Zeiten von Fake News und KI-generiertem Einheitsbrei ist das Kuratieren von Geschichten, die demokratische Werte transportieren oder Identität stiften, ein echter Standortvorteil, nicht nur für Bayern.

Gibt es „Snackability“ mit cineastischem Anspruch? Für Marie-Charlotte Praetorius ganz klar: Qualität ist nicht an Länge gebunden:

„Cineastische Mittel – Lichtgestaltung, Sounddesign, Bildkomposition – funktionieren genauso auf dem Smartphone wie auf der Kinoleinwand, wenn sie bewusst eingesetzt werden. „Snackability“ und künstlerischer Anspruch müssen kein Widerspruch sein. Formate wie ‘WTF is Jule?!’ oder die Social-Media-Inhalte von Marie Lina Smyrek belegen, dass Inhalte stark verdichtet und schnell konsumierbar sein können, ohne an Tiefe oder Haltung zu verlieren.“

Qualität transformiert genauso

Jury-Kriterien renommierter Awards wie dem Blauen Panther können als Benchmark für die eigene Content-Strategie genutzt werden: Schafft meine Story den Sprung aus der Masse direkt ins Herz der Zielgruppe?

Autorin: Madeleine Gewargis

Fotos: Cindy Ngo

Bewirb dich bald für den Blauer Panther TV & Streaming Award 2026!
Einreichungsbeginn: 11. März – 06. Mai 2026 hier. 

 

 

 

Wir freuen uns, euch vom 22. – 24. Oktober 2025 auf den #MTM25 begrüßen zu dürfen. Mit der „Media For You“ gibt es auch wieder die beliebte Career-Erlebnismesse zum Thema Jobs & Ausbildung.